Retterswil

Retterswil bestand im frühen Mittelalter aus einem grossen Hof, der von den Grafen von Lenzburg schon vor 1045 an den Stift Beromünster vergabt wurde. König Heinrich der dritte stellte in einen Schutzbrief auch einen "curtis in Ruothereswilari" fest.
Danach fiel der Hof wieder an sie Stfter zurück. Er musste wohl etwa 100 ha umfasst haben. Dieser Hof wurde im 13. Jh. in drei Höfe aufgeteilt. Einer ging an die Herren von Villmergen, einer an Heidegg und einer an die Herren von Rynach. Später werden die Herren von Hallwyl und 1356 das Kloster Königsfelden genannt.

Das Kloster kaufte den Hof 1356 von Junker von Platzheim für die Summe von 620 Gulden ab. (Ein Gulden entsprach ca. einem Pfund oder 20 Schillingen.)
Mit der Reformation und der Auflösung des Klosters gingen auch die Rechte an den Höfen an Hallwyl.

Der Gerichsitz (Twing) war bis 1431 in Seengen unter den von Hallwyl, danach bei Trostburg.

Mitglieder der Familie Gloor wurden ab 1490 auf den Höfen erwähnt.

Die Siedlung Retterswil zählte 1346 fünf Feuerstätten. Nach einer starken Reduktion durch die Pest 1348/59 stieg sie bis 1558 wieder auf fünf Feuerstätten an.