Am 28. Mai 1241 wird Burkhart I. als Angehöriger der Trostberger urkundlich erwähnt als Zeuge unter den kiburgischen Ministerialen. 1253 siegelt er dann erstmals als „Burchardus Barhandus de Trostberc“.
Vermutlich waren die Erbauer und ersten Besitzer der Trostburg die Herren von Trostberg. Über die Ursprünge der Trostberger und ihre Stammburg ist wenig bekannt. Belegt ist lediglich eine enge Stammverwandtschaft zu den Herren von Liebegg. Dazu gibt es heraldische Nachweise. Ursprünglich führten beide Geschlechter das gleiche Wappenschild: Auf rotem Grund drei weiss-blau zweimal geschachtete Pfähle unter gelbem Schildhaupt. Als sich das Geschlecht später trennte, führten die Trostburger noch zwei Pfähle im Wappen, die Liebegger einen. Ein gelbes Büffelhorn mit drei aufgesetzten Rosen war Wappenzier der Trostberger.
Auch Hinweise auf Lehen und Grundbesitz im Urkundenbuch der Stadt und Landschaft Zürich sind Zeichen für eine nahe Verwandtschaft. Laut dieser Quelle treten beide Geschlechter schon 1242 als Besitzer gemeinsamer Güter auf. Überdies sind Lehen der Freien von Freienstein und der Freien von Klingen nachgewiesen. Stammsitz der beiden Zweige war die lehensfreie Trostburg.
Kiburgische Dienstmannen
Die Trostburger Linie war wohl die ältere und beanspruchte deshalb die Stammburg des Geschlechts für sich. Der "erste Trostburger" ist ein unbekannter Adliger, der in der Zeit des ausgehenden 12. Jahrhunderts gelebt haben muss. Als kleiner Grundherr hat er seine Burg auf eigenem Rodungsland erbaut. Die Datierung des ersten Burgbaus ist eine Annahme und baugeschichtlich am Bestand der heutigen Burg nicht belegt. Besitz und erste Burgbauten waren ein Gut, das zweifellos zu gering war, um eine eigene Herrschaft mit einer gewissen Machtstellung aufzubauen. Es ist daher anzunehmen, dass er sich von mächtigeren Adeligen belehnen liess und mit dem Eintritt in die Dienstmannenschicht ein Abhängigkeitsverhältnis einging. In verschiedenen Quellen treten die Trostberger später als kiburgische Dientsmannen auf.
Die Begründer der beiden Linien sind nicht bezeugt. Man nimmt an, dass sie Brüder - die Söhne des ersten Trostbergers - waren und in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gelebt haben. Eine Anlehnung an ein einflussreiches Adelsgeschlecht war für diese Nachfahren überlebenswichtig. Der urkundlich nicht belegte jüngere Sohn hat sich wohl beim Haus Habsburg-Laufenburg umgesehen. Er erhielt die Burg Liebegg und die Hälfte des Twings zu Liebegg zu Lehen. Künftig nannte sich sein Geschlecht nach der Burg von Liebegg. Der ältere Sohn des "ersten Trostbergers" und seine Nachfahren lebten weiterhin auf der Trostburg. Soweit die mit einigen Ergänzungen und Mutmassungen durchsetzten Fakten.
Liebegg
Die Herren von Liebegg, urkundlich erstmals 1241 erwähnt, gehörten zum alten aargauischen Dienstadel. Von den Herren von Trostberg auf der Trostburg abstammend, erbaute sich ein Juniorzweig die Burg Liebegg, wo sie die ganze österreichische Herrschaftszeit über sassen. Einige Zeit waren jedoch auch die Ritter von Glarus (ritterliches Geschlecht der Stadt Zürich) an einer Hälfte der Burg Liebegg durch Heirat einer Liebegg-Tochter beteiligt (13181371). Mit Johannes VI. starb das Geschlecht der Ritter von Liebegg um 1433 aus. Durch die Erbtochter Margarita fielen Burg und Herrschaft nun für acht Generationen an Petermann von Luternau und dessen Nachkommen.Die Herren von Luternau waren ein altes Dienstadelsgeschlecht, das seine Stammburg in Lutern (Bz. Willisau) hatte. Sie zählten im 16. Jahrhundert innerhalb des bernischen Patriziates zu den sechs vornehmsten Familien.
1596 erwarb die Stadt Brugg Burg und Herrschaft Liebegg von Augustin von Luternau, der sich offenbar in argen Geldnöten befand. Keine zwei Monate später bereute er seinen Schritt und machte den Verkauf rückgängig.
Im Jahr 1602 gelangte die Herrschaft Liebegg durch Verkauf an die Familie Escher (vom Glas) aus Zürich, die zu den vornehmsten Familien der Limmatstadt gehörte. Marx Escher (Vater) war eine hochangesehene Persönlichkeit mit besten Beziehungen zum französischen Königshof. Es scheint, dass er die Liebegg erworben hatte, um seinen etwas schwierigen Sohn gleichen Namens aus Zürich zu entfernen. Die Herrschaft Liebegg ging wahrscheinlich durch Heirat einer gewissen Dorothea Escher 1616 an Renatus Graviset über.
Die Familie Graviset stammte ursprünglich aus der Pfalz. Renatus Graviset, ein reicher Strassburger Juwelier und Bankier, erwarb 1616 die Liebegg wahrscheinlich durch Heirat mit einer Angehörigen der Vorbesitzerfamilie Escher. Sein Sohn Jakob Graviset wurde 1624 Bernburger. Er bekleidetet wichtige Ämter (u.a. Landvogt in Oron). Die Graviset verkauften 1668 die Herrschaft Liebegg an den verwandten Johann Friedrich von Breiten-Landenberg. 1709 kam die Herrschaft tauschweise wieder an die Familie Graviset.
Die Familie von Landenberg war ursprünglich ein mächtiges und weitverbreitetes st. gallisches, später kiburgisches Dienstadelsgeschlecht. Der jüngste Zweig nannte sich Breiten-Landenberg. Die Familie des Erwerbers der Liebegg war am Bodensee begütert. Johann Friedrich I. von Breiten-Landenberg (16061688) kaufte die Herrschaft Liebegg 1668. Die beiden Frauen seiner Söhne, beide aus dem Haus von Hallwil, tauschten 1709 die Liebegg gegen das Erbe der dritten Schwester ein, die mit Johann Friedrich von Graviset verheiratet war. So fiel die Liebegg wieder an die Familie Graviset.
Die Familie von Diesbach stammte aus Thun, von wo aus Niklaus (Clewi) als Goldschmied, Leinwand- und Silberhändler den Aufstieg in den Berner Rat schaffte. Sein Nachfahre Bernhard von Diesbach (1734-1785) heiratete 1764 die Erbtochter Magdalena Margarita aus dem Hause Graviset, welche ihm die Herrschaft Liebegg in die Ehe einbrachte. Nach dem Tod ihres Vaters Hans Rudolf Graviset im Jahr 1772 war die Liebegg für vier Generationen im Besitz der Familie von Diesbach.
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