GLOOR

Geschichte des Namens
und der Familie

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1. von Glarus
2. von Clara/Clarissen
3. Gloor aus Freiherren von Birrwil
4. Gloor aus Hilarius
5. Gloor aus Loren
6. aus Gliers/Glère
7. aus Goar

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Der Namen

Um 1440 schrieb sich der Name Glares, Glarer, Glaren. Um 1500 wurde der Namen Glor geschrieben, später transformierte sich der Namen unterschiedlich, je nach Gemeinde in die sich das Geschlecht verzweigte; in Dürrenaesch zuerst Glar, dann Glaar, dann Gloor; Birrwil/Schwaderhof/Seengen zuerst Glar, dann Glor, dann Gloor. Ab dem 15. Jahrhundert verzweigt sich die Familie. Eine Linie Seengen/Birrwil und eine Linie geht weiter von Dürrenaesch aus. Diese Theorie widerspricht auch Theorien, dass die Gloors etwas mit Gloer von Holland, Clare von England oder Clars von Deutschland zu tun haben.

Es gibt verschiedene Theorien für die Entstehung des Namens.

1. von Glarus, in der Burg

Die bisher wahrscheinlichste:

Durch eine Heiratsverbindungen von Ritter Rudolf von Glarus mit Anna von Liebegg ging die Hälfte des Schlosses und des Lehensbesitzes an Rudolf (1318-1371), wohin er sich nach 1350 während seiner Verbannung aufgrund der Teilnahme an der Verschwörung gegen das Zunftregiment von Zürich zurückzog. Unter seinen Söhnen Johannes und Jakob erfolgte der Ausverkauf aller Güter und Rechte.

Birrwil gehörte als Lehen zu Liebegg und die Möglichkeit besteht, dass sich der Zweig auf seine Güter in Birrwil zurückzog und weiter als Untervögte der Liebegg/Trostburg und als Minister für Hallwyl walteten.

Der Rudolf, der als erster als Minister der Hallwyl genannt wird "Rudolf aus Chulnbe" (Liebegg) wohnte im Burgturm von Seengen, nach dem die Familienmitglieder genannt wurden, bis sie mit den Retterswiler Höfen belehnt wurden, auf denen die Gloor im 14. und 15. Jh. sassen. Dies wäre eine klare Uebereinstimmung.

Der Zusammenhang ist auch dadurch gegeben, dass die Schwester von Rudolf, Margarethe in der Burg, mit Heinrich Ribi von Platzheim, aus einem anderen angesehenen Seengener Geschlecht verheiratet war (Ribi war Schultheiss von Lenzburg). Die Familie Ribi hat später einen Lehensanteil (ein anderer Teil gehörte den von Hallwyl) diese Retterswiler Höfe 1356 an das Kloster Königsfelden verkauft.

Im 15. Jahrhundert wurden Glar von Burg genannt Im Taufkreis Seengen. Der Zusammenhang mit der Familie, die Im Hallwylturm in Seengen wohnte und als Amtsmänner (Minister) der Familie Hallwil amtete ist nahe. Um 1400 werden diese in den Urkunden nicht mehr als "die "in der Burg" erwähnt, usser Uli von Birrwil/Burg und auch später Johannis von Birrwil/Burg. Alle Gloor von Birrwil wurden zu dieser Zeit in Seengen getauft.

Die Abwandlung des Namens Glarus in Glarner, Glarer, Glaren, Glar, Glor entspricht der Zeitreihenfolge der Nennungen.

Diese Annahme, dass die von Glarus eins sind mit der Familie in der Burg und dann mit den Glar, Glaren etc wird durch die stete Wiederholung derselben Vornamen in allen 3 Geschlechtern untermauert, da zu dieser Zeit die Kinder immer nach dem Vornamen der Väter oder Grossväter genannt wurden.

Es ist bezeichnend, dass aus der Familie Gloor noch über Jahrhunderte Untervögte der Hallwyl und Liebegg stellten.

Im 15 Jh. gab es einen berühmten Humanisten, der sich Glareanus nannte. Dies vermutlich weil er ursprünglich aus Glarus kam. Es ist sehr wohl möglich, dass die Glar, wie die Glarner aus Glarus einwanderten.

2. von Clara, Clarissen

Die Gloor waren lange Verwalter der Güter des Klosters Königsfelden (gegr. 1309) im Seetal (bezeugt im frühen 15. Jh.). Die Nonnen des Kolsters gehörten zu den Klarissen, zu dieser Zeit genannt "Clarae" , Chlaren Schwestern.
Eine Ableitung könnte sein die der Chlaren, Glaren, Ev Name Glar von der von Clara, diejenigen vom Clarahof..., Glor wurden auch erwähnt unter Glarer (der Clarer?)

dazu: "... ein vrowen chloster sande Chlaren orden und ein chloster der minneren Brueder orden..."

Chronicon Koenigsfeldense: Narratio brevis de fundatione monast. Königsfelden O.S. Clarae (prope Brugg, cant. Aargau, Conf. Helv.), cr. a. 1335 exarata. Mss. Aarau, Staatsarch., Kopialbuch 428, f. Edd. H.-T. VON LIEBENAU, Urkundliche Nachweise zu der Lehensgeschichte der verwittweten Königin Agnes von Ungarn, 1280-1364, «Argovia» 5 (1867) 191-192.
Chronicon Koenigsfeldense, usque ad a. 1442 Chronicon saec. xiv ex. lingua vernacula exaratum, in quo de origine gentis Habsburgicae, de fundatione monast. Königsfelden O.S.Clarae (prope Brugg, cant. Aargau, Conf. Helv.) et de Agnete regina Hungariae, filia Alberti I regis, agitur. Exstat tantum in redactione Clevi Fryger de Waldshut O.F.M., qui notitias ad historiam oppidi Waldshut spectantes adiunxit.

3. Gloor aus den Freiherren von Birrwil

Die Ritter von Birrwil waren Untertanen der Herren von Rynach.
So wurden in verschiedenen Dokumenten erwähnt: 1154 Gerning, 1237 Ritter Burkhard von Birnwile als Ritter des Johannitterordens, 1282 Hartmann, ein Raubritter, der vor Gericht flüchten musste, dann 1293-1318 Ulrich, Heinrich, Werner, und Rudolf. Ca.1250 heiratet Hartmann von Birnwile die Mechthild, Tochter des Grafen von Thierstein. 1331 besass Wernheri von Birnwile noch ein Landgut in Bottenwil und als letzter wurde noch 1368 der Untervogt des Vogts von Lenzburg, Gerung von Birwile genannt. In den Habsburger Dokumenten zum Sempacherkrieg wurde dann ein Goar von Birnwile erwähnt - vielleicht unser Namensurahn. Dies ist auch darum nicht so absurd, weil die Gloors sowohl in Birrwil, wie auch in Leutwil zwischen 1440 bis weit ins 18. Jahrhundert als Untervögte walteten.

4. Gloor aus Hilarius

Eine Theorie geht vom lateinischen Scolarius -> Colar -> Clor aus, eine andere von Glorius (Hilarius, der Fröhliche), dann Glor aus.

5. Gloor aus Loren

Eine weiter Theorie geht von Loren (altdeutsches Wort für Geröllhalde) aus. In der Gegend gab es Vermerkungen von Feldern, die damals Loren genannt wurden. Dem widerspricht jedoch, dass der Name oft Glar geschrieben wurde.

6. Gloor aus Glère/Gliers

Eine weitere Theorie geht vom Namen von Glère/Gliers aus, einem Rittergeschlecht südlich von Porrentruy, das um 1350 erwähnt wird und den Herren von Hallwyl Urfehde (Treue) schwören musste.

7. Gloor aus Goar

Da viele Nachnamen aus Vornamen entstanden, geht die wohl wahrscheinlichste vom Vornamen Goar (Heiliger aus dem 8.Jh. in Aquitanien) aus (Namenstag 6. Juli). So wird im Sempacherkrieg in den Habsburger Archiven ein Junker Goar von Birnwile erwähnt. Dies deutet darauf hin, dass die Burgherren von Birnwile die Gründer des Geschlechtes Gloor sein könnten.
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