Kloster Einsiedeln
Das Kloster Einsiedeln ist eine Benediktinerabtei in der Gemeinde Einsiedeln im Kanton Schwyz. Das Kloster war eine bedeutende Station auf dem Jakobsweg und selbst Ziel zahlreicher Pilger. Die Schwarze Madonna von Einsiedeln in der Gnadenkapelle ist auch heute noch Anziehungspunkt für Pilger und Touristen.
Geschichte
Im Jahr 835 zog sich der Benediktiner Meinrad von der Insel Reichenau als Einsiedler an diesen Ort zurück. Ihm folgten andere Einsiedler. 934 wurden die Einsiedler durch Eberhard, einem vornehmem Priester aus Strassburg, zu einem Benediktinerkloster zusammengefasst. Die Gründung des Stifts wurde 1947 durch Otto I. bestätigt und ging mit einer üblichen Schenkung von Land einher. Das Stift erhielt außerdem die frei Abtwahl und Immunität.
Nach dem ersten Klosterbrand von 1029 wurde von 10311039 eine dreischiffige Basilika mit einer Krypta errichtet, welche die Grundform für den späteren Barockbau vorgab. Eine zweite Basilika (Unteres Münster) wurde 1230 über dem ummauerten Hof errichtet. Nach einem Brand im Jahr 1465 wurde dieses untere Münster eingewölbt. 1509 und 1577 stand die Kirche erneut in Flammen.
Huldrych Zwingli war von 1516 bis 1518 als Leutpriester im Kloster beschäftigt. Der letzte Mönch verließ 1525 das Kloster, am 20. Juli 1526 musste der Abt des Stifts zurücktreten das Kloster Einsiedeln war ausgestorben. Die Schwyzer beriefen dann einen neuen Abt, Ludwig II. Blarer von Wartensee, der jedoch erst 1533 von Rom als rechtmäßig anerkannt wurde. Er nahm die ersten Bürgerlichen in das Kloster auf und belebte es so wieder.
Der Chor und die Beichtkirche entstanden 16741648 unter Leitung des Architekten Hans Jörg Kuen. Das barocke Kloster entstand von 1674 bis 1735 als vollständiger Neubau in drei Etappen nach den Plänen von Caspar Moosbrugger. Unter dem Abt Nikolaus Imfeld wurde die Kirche noch am 3. Mai 1735 geweiht.
Als die Franzosen im Mai 1798 Einsiedeln erreichten, flohen alle Bewohner des Klosters. Die Gnadenkapelle wurde von den Besatzern zerstört, das Gnadenbild jedoch konnte durch die Mönche gerettet werden. Am 17. September deselben Jahres wird das leer Stift zum Staatseigentum erklärt. Durch die so genannte Mediationsakte erhielten am 19. Februar 1803 die Geistlichen das Kloster wieder zurück.
Wallfahrt
Seit dem 14. Jahrhundert fanden belegbar Marienwallfahrten nach Einsiedeln statt. Während des Spätmittelalters kamen die Pilger sogar aus Norddeutschland und den Niederlanden. Einen Rückgang der Pilgerströme erlebte das Kloster nur zur Zeit der Reformation, in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde Einsiedeln jedoch erneut zum religiösen Mittelpunkt der Schweizer Katholiken.
Einsiedler Muttergottes
Die Schwarze Madonna von Einsiedeln ist ein spätgotisches Gnadenbild aus der Mite des 15. Jahrhunderts. Sie ersetzte die ursprünglich romanische Gnadenbild, welches beim Brand von 1465 zerstört wurde. Die schwarze Hautfarbe resultiert aus dem Russ der Kerzen und Lampen, die vor der Figur brannten. Als sie 1803 in Österreich restauriert wurde, legte der Künstler die ursprüngliche Farbe frei und bemalte sie wieder fleischfarben. Diese Änderung stiess in der Bevölkerung auf Unmut und so wurde die Madonna schwarz übermalt.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erhielt die Statue ein spanisches Gewand in Glockenform. Es wird noch heute entprechend des Kirchenjahres gewechselt.
Engelweihlegende
Am 14. September 948 soll Christus in Begleitung von Heiligen und Engeln die Kapelle geweiht haben. Diese Legende bildete den Kern der einsetzenden Wallfahrt. Die meisten Pilger besuchten Einsiedeln zum Fest der Engelweihe. Fiel der 14. September auf einen Sonntag, wurde eine 14tägige Grosse Engelweihe gefeiert. Im Jahr 1466 wurden etwa 150'000 Pilgerzeichen verkauft.
Zum Kloster Einsiedeln gehören nebst Ländereien seit 1130 das Kloster Fahr und seit 965 die Insel Ufenau im Zürichsee. Früher war auch der Gottschalkenberg im Besitz des Klosters. Das Kloster Einsiedeln ist der grösste private Grossgrundbesitzer in der Schweiz. Es besitzt rund 2'140 Hektaren Land in fünf Kantonen der Schweiz (Schwyz, Aargau, Zürich, Thurgau und St. Gallen) sowie in Österreich (Vorarlberg, St. Gerold).