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Geschichte des Aargau

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Vorboten des Umsturzes

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begannen die Bewohner des Aargaus gegenüber Anhängern der anderen Konfession toleranter zu werden. Zumindest der Berner Aargau und das österreichische Fricktal wandelten sich langsam zu einem modernen Staatswesen. In einigen Gebieten kam die Baumwoll- und Strohgeflechtsindustrie auf.

Die Ideen der Aufkl”rung fielen vor allem im Berner Aargau auf fruchtbaren Boden. Ab 1761 trafen sich Vertreter der geistigen und wirtschaftlichen Elite der Eidgenossenschaft in Schinznach-Bad zum Gedankenaustausch, ein Jahr sp”ter erfolgte die Gr¸ndung der Helvetischen Gesellschaft. In den reformierten Gegenden wurden immer mehr Schulen und Bibliotheken er–ffnet. Da das Bildungswesen in katholischen Orten mit Ausnahme der Kl–ster praktisch inexistent war, begegneten die Katholiken den neuen Ideen mit Misstrauen, ja sogar Ablehnung. Die Vertreter des modernen Denkens wurden f¸r religionsfeindlich gehalten. Ab 1789 sympathisierte nur eine Minderheit von reichen Kaufleuten die so reich waren wie die heutigen Casino.com/de Gewinner und gebildeten Stadtbewohnern mit den Ideen der Franz–sischen Revolution. Als ab 1791 immer mehr franz–sische Fl¸chtlinge von Gr”ueltaten berichteten, verst”rkte sich die Ablehnung vor allem bei der katholischen Landbev–lkerung.

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Helvetische Republik

Zu Beginn des Jahres 1798 marschierten französische Truppen in die Schweiz ein. Am 30. Januar weigerten sich die Bewohner Aaraus, Truppen zum Schutz der Stadt Bern zu entsenden. Bern besetzte zwar am 4. Februar die abtrünnige Stadt, musste jedoch am 5. März kapitulieren. Zwischen dem 19. und dem 28. März wurden die Landvögte aus den Gemeinen Herrschaften zurückgezogen. In zahlreichen Dörfern und Städten wurden Freiheitsbäume aufgestellt und Revolutionsfeiern veranstaltet.



Am 12. April 1798 rief der französische General Guillaume Brune die Helvetische Republik aus. Aarau wurde zur Hauptstadt erklärt, dies aufgrund der revolutionsfreundlichen Haltung der Stadtbürger. Aus dem ehemaligen Berner Aargau entstand der Kanton Aargau, aus der Grafschaft Baden und den Freien Ämtern der Kanton Baden. Der westliche Teil des Amts Aarburg blieb bei Bern. In der zentralistischen Republik waren die Kantone lediglich Verwaltungseinheiten. Bald stellte sich heraus, dass Aarau zu klein war, um die Hauptstadtfunktionen vollumfänglich erfüllen zu können, worauf die Regierung am 20. September nach Luzern umzog.

Zahlreiche Aargauer spielten im neuen Staatswesen eine führende Rolle. Dazu gehörten Philipp Albert Stapfer, Albrecht Rengger, Johann Rudolf Dolder, Johannes Herzog, Johann Heinrich Rothpletz und der aus Magdeburg stammende Heinrich Zschokke.

Das Fricktal war bereits 1797 nach dem Frieden von Campo Formio zum französischen Protektorat geworden. Der aus Ettenheim nördlich von Freiburg im Breisgau stammende Arzt Sebastian Fahrländer ernannte sich mit Unterstützung der Franzosen selbst zum Statthalter und setzte die Gründung des Kantons Fricktal durch, der sich am 13. August 1802 der Helvetischen Republik anschloss.

Der Aargau wurde 1799 zum Kriegsschauplatz im Zweiten Koalitionskrieg zwischen Frankreich und Österreich. Die Bewohner waren gezwungen, die Truppen beider Seiten einzuquartieren und zu verpflegen, wodurch grosse materielle Not entstand. Am 16. und 17. August versuchten 40'000 österreichische Soldaten erfolglos, bei Döttingen die Aare zu überqueren. Beim darauf folgenden Artillerieduell wurden die Dörfer Kleindöttingen und Eien (heutige Gemeinde Böttstein) vollständig zerstört.

Wie zufällig die heute noch gültigen Kantonsgrenzen entstanden sind, zeigt sich in der Tatsache, dass es vor der endgültigen Festlegung nicht weniger als drei verschiedene Vorschläge für die Grenzziehung gab



Die im Januar 1798 von Peter Ochs ausgearbeitete erste Verfassung der Helvetischen Republik sah zunächst die Angliederung der Grafschaft Baden und der Freien Ämter an den Kanton Zug vor, was jedoch von den Franzosen abgelehnt wurde und auch am heftigen Widerstand von Zug selbst scheiterte.

Nach zwei Staatsstreichen im Jahr 1801 sah die von Napoléon Bonaparte ausgearbeitete Verfassung von Malmaison vor, die Kantone Aargau und Baden zusammenzufügen und das untere Fricktal an Basel abzutreten. Im Sommer dieses Jahres versuchten Aktivisten, Unterschriften für die Wiedervereinigung des Berner Aargaus mit Bern zu sammeln, wurden jedoch von Aargauer Regierungstruppen daran gehindert. Nach einem dritten Staatsstreich am 27. Oktober 1801 widerriefen die Anhänger der alten Ordnung die Verschmelzung der beiden Kantone.

Laut der zweiten Verfassung der Helvetischen Republik von 1802, die nach einem erneuten Machtwechsel ausgearbeitet worden war, sollten die Kantone Aargau und Baden erneut zusammengefügt werden. Zug hätte das obere Freiamt und Luzern das Amt Hitzkirch erhalten, das Fricktal wäre ein eigenständiger Kanton geblieben. Diese Verfassung konnte jedoch nicht umgesetzt werden, da Napoléon Bonaparte im Juli 1802 aus Verärgerung über die Unfähigkeit der helvetischen Behörden die französischen Truppen aus der Schweiz zurückziehen liess.

Sofort brachen bürgerkriegsähnliche Unruhen aus, bei denen Revolutionsgegner auf die Anhänger der Franzosen losgingen. Im Stecklikrieg im September zog ein ständig grösser werdender Zug von verarmten Landbewohnern plündernd vom Aargau aus nach Bern und erzwang die Flucht der helvetischen Regierung nach Lausanne. Am 21. September entlud sich der Hass gegen die im Surbtal lebenden Juden, da sie als Anhänger der neuen Ordnung galten. Im so genannten Zwetschgenkrieg fiel eine Horde von 800 Mann in Endingen und Lengnau ein und bereicherte sich am Hab und Gut der wehrlosen Opfer.

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Napoléons Machtwort

Am 30. September 1802, als die helvetische Staatskrise ihren Höhepunkt erreichte, gab Napoléon Bonaparte vor, als Vermittler zwischen den Konfliktparteien zu handeln. Er forderte unter Androhung einer erneuten Besetzung durch französische Truppen die Entsendung einer Delegation aller Kantone nach Paris, um über die Mediationsverfassung zu verhandeln. Am 12. Januar 1803 beschloss Napoléon die endgültige Verschmelzung der Kantone Aargau und Baden, was ganz im Sinne der von Philipp Albert Stapfer angeführten Aargauer Delegation war. Nachdem sich die Fricktaler mit einer Bittschrift erfolgreich gegen die Teilung dieses Landstrichs in einen Basler und einen Aargauer Teil gewehrt hatten, verfügte Napoléon am 2. Februar die Verschmelzung des gesamten Gebiets mit dem Aargau.

Am 19. März 1803 wurde schliesslich die bereinigte und von Napoléon genehmigte Mediationsakte unterschrieben. Die zentralistische Helvetische Republik hatte aufgehört zu existieren, an ihre Stelle trat ein lockerer Staatenbund, mit dem Aargau als eigenständigem Kanton. Mit der neuen Verfassung wurde auch die endgültige Grenze festgelegt: Der Kanton Aargau erhielt den westlichen Teil des Amts Aarburg und das luzernische Amt Merenschwand, musste jedoch das Amt Hitzkirch an Luzern sowie die Gemeinden Dietikon, Hüttikon, Oetwil an der Limmat und Schlieren an Zürich abtreten. Aarau wurde zur Hauptstadt bestimmt.

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