GLOOR

in Leutwil über 6 Jahrhunderte

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1700-1799


1800-1899

15. Jahrhundert

Um 1450 spalten sich die Gloor in zwei Linien auf: Birrwil/Leutwil/Schwaderhof/Seengen, Untertanen von Hallwyl und die Linie Dürrenaesch/Kulm, Untertanen von Liebegg. Dies widerspiegelt sich sehr schön in der Entwicklung der Familienwappen. Die Gloor der Herrschaft Liebegg sanken wohl etwas im sozialen Niveau. So wurde aus dem Schwert im Wappen zuerst ein Kreuz, dann ein X und später gekreuzte Zimmermannswerkzeuge, während der Birrwiler Linie das ursprüngliche Wappen erhalten blieb. Die Gloor der Linie Birrwil /Leutwil werden ab dieser Zeit so oft wie kein anders Geschlecht als Untervögte und Richter der Herren von Hallwyl erwähnt.

1438 war ein Uli Glarer aus Leutwil Zeuge bei einem Maiengeding in Niederlenz.

1479 war ein Uli Glarer Kilchmeier.

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16. Jahrhundert

1531 zinst Leutwil an die Kirche total 10 Schilling und 8 Pfennig, davon Hans Gloor allein 5Schilling/8Pfennige.

Am 5.Juli 1543 trat ein Schiedsgericht zusammen, das Grenzstreitigkeiten zwischen den Dörfern Zetzwil und Birrwil zu schlichten hatte. Der Aufmarsch ist eindrücklich:
Augustin von Luternau (Liebegg) selbst, Caspar und Hartmann von Hallwyl mit Untervogt Hanns Glaar (Gloor) aus Leutwil, Batt von Luternau, Schultheiss von Aarau, Batt Ludwig von Mülinen und diverse mehr.

1559 besass Leutwil 11 Feuerstellen.

1589 figurieren im Mannschaftsverzeichnis Birrwils/Leutwils der Berner Wehrordnung Heini, Samuel, Klaus, Hans und mehrer Rudolf Gloor.

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17. Jahrhundert

1611 starben an der Pest Maria, Stefan, Anna und Uli Glar.

Zur Pfarrei Leutwil gehörte ab 1614 auch Dürrenaesch, das vorher zu Kulm kirchengenössig war.

1613 war Heinrich Gloor Chorrichter.

1619 waren Andreas und Gallus Glar aus Leutwil und Thomas Glar von Dürrenaesch Chorrichter von Leutwil.

1628/29 starben in Leutwil über 200 Menschen an der Pest.

1634 heiratete der bereits 74-jährige Kleinheini Glar die Witwe des Streithahnes und Soldaten Melchior Büchler als zweite Frau.

1636 starben 22 Familienmitglieder an der Pest.

1638 wird in Zofingen ein Kleinheini Gloor von Leutwil als Gerichtssäss erwähnt.

1644 besitzt Jakob Gloor die Stadlergüter. Mit 53 Hektaren wohl ein sehr grosser Hof seiner Zeit.

1653 besass das Dorf 45 Feuerstätten.

1667 Zinsen vom Gloorenhof:

                            Kernen                 Geld                     Hühner                 Hanen                  Dinkel                   Haber

An Schloss Lenzburg             1 Viertel               14S/8K                 5                          10

An die Stadt Solothurn             2 Viertel              

An Kirche Gontenschwil                                       4S

An Kirche Leutwil                                6S/6K

An Stift Schönenwerd                       1 Mütt                  4S                                                     4 Mütt                  1 Mütt

Kloster Hitzkirch                                                                        9 Viertel               11 Viertel

Total                    1Mütt/3V              2P                        5                          10                        6 Mütt                  4 Mütt

 

1667 Zinsen von ganz Leutwil

                            15 Mütt                9P/8S                   28                        43                        29 Mütt                10 Mütt

Allein der Gloorenhof (Jakob Gloor) zinste ca. ¼ der ganzen Gemeinde.

1681 war Jakob Gloor Gerichtssäss.

1693 wird Jakob Gloor, Sohn des Gloorenhof Bauern von seinem Wagen in Seon erdrückt, als er den 10. aufs Schloss Lenzburg führen wollte.

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18. Jahrhundert

1703 erwürgte Babi Hochstrasser, die Frau von Rudolf Gloor einen Knaben, den Sie aus einem Verhältnis mit einem Herrn aus Zürich hatte. Sie wirft das Kind über die Friedhofsmauer, wo es dann auch begraben wird. Selbst unter der Marter auf Schloss Lenzburg leugnete sie die Geschichte.

1711 war Hans Gloor Gerichtssäss und Kilchmeier.

1713 sind die ins Elsass ausgewanderten Christian Glor und seine Frau verstorben.

1720 erhängte sich Samuel Gloor aus Gram seiner Überschuldung. Er musste sofort von seinen Geschwistern begraben werden, da die Leute glaubten es bräche Unglück ihn anzufassen, sogar, dass das Pferd zusammenbreche und sterbe, das den Leichenwagen ziehe.

1730 waren folgende Gloor wehrpflichtig: Hans Jakob, Gefreiter, Samuel, Grenadier, Rudolf, Soldat.

1764 schrieb der Pfarrer nach Bern, dass es eigentlich fast keine Armen gäbe.

1789 waren wieder 6 Strohhäuser abgebrannt. Ein 4-jähriges Mädchen von Johannes Gloor verbrannte im Feuer.

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19. Jahrhundert

Am 18. Mai 1809 wird Christian Gloor aus Leutwil vom Scharfrichter Johannes Huber auf Beschluss des Oberamtmannes Bertschinger enthauptet. Er gehörte einer Bande an, die wegen fortgesetzten Diebstählen vom Apelationsgericht verurteilt wurden. Sein Kumpan Samuel Bollinger wurde an den Pranger gestellt. "Obwohl die beiden Pfarrherren Strähl und Schinz, die den Verurteilten alle 6 Stunden vor seinem Tod besuchten sich nicht schonten, zeigte der Verurteilte keine Reue und trank allen mitgebrachten Wein selbst". Der hat 54 Rappen gekostet und den Oberamtmann Bertschinger hatte dies danach gereut.

1803-1816 war ein Franz Gloor Gemeindeammann.

1820-1828 war ein Franz Gloor Gemeindeammann.

1852-1857 war ein Johannes Gloor Gemeindeammann.

1887 ist Soldat Rudolf Gloor im Sonderbundskrieg gefallen.

1880 wurde das Haus der Barbara Gloor ein Raub der Flammen, worin ein 10-jähriger Bub starb.

Gloor in den verschiedenen Dörfern um den Hallwylersee:

Alliswil/Boniswil, Birrwil, Dürrenaesch, Egliswil, Hallwyl, Kulm, Leutwil, Retterswil, Schöftland, Seengen, Seon

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