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15. Jahrhundert
1440 wird in Birrwil im Hallwyler Zinsrödel ein Johannis Gloor beschrieben.
1478 wird ein Uli Gloor als Kilchmeier (Verwalter) erwähnt.
1483 wird in Birrwil im Hallwyler Zinsrödel ein Hanns Gloor beschrieben.
16. Jahrhundert
Am 5.Juli 1543 trat ein Schiedsgericht zusammen, das Grenzstreitigkeiten zwischen den Dörfern Zetzwil und Birrwil zu schlichten hatte. Der Aufmarsch ist eindrücklich:
Augustin von Luternau (Liebegg) selbst, Caspar und Hartmann von Hallwyl mit Untervogt Hanns Glaar (Gloor) aus Leutwil, Batt von Luternau, Schultheiss von Aarau, Batt Ludwig von Mülinen und diverse mehr.
1550 wurde ein Cuntz Glar auf dem Schwaderhof genannt.
1589 figurieren im Mannschaftsverzeichnis Birrwils/Leutwils der Berner Wehrordnung Heini, Samuel, Klaus, Hans und mehrer Rudolf Gloor.
1559 besass das Dorf 12 Feuerstätten.
Am 3. April 1593 hat Johann Heinrich Glaar, Untervogt zuo Birwil im Namen des edlen und wisen Augustin von Luternow (Herr von Liebegg) Gericht gehalten. Richter waren der Bauer Zingg von Liebegg, Clemenss Nussbaum, Andreas Starchmann und Heinrich Reber. Es ging um Landverkäufe, Erbschafts- und Besitzstreitigkeiten.
17. Jahrhundert
1613 wird Heinrich Gloor als Untervogt von Birrwil erwähnt.
1633 wird Hans Jakob Gloor als Untervogt von Birrwil erwähnt.
Eintragung im Totenrodel von Birrwil: Niclaus Gloren (1646-1657), ein Kind von Hans, so am Abend zuvor als er beim Feuern gsin, seine Kleidlin anzündt und übel brönnt, und es bis nachts umb 12 Uhren müssen sterben.
1640-1688 wurde die alte Kirche in Birrwil repariert. Im letzten Jahr schienen grosse Unwetter die Kirche stark beschädigt zu haben, weshalb 1689 eine neue gebaut wurde. Am 6.Oktober wurde hier Hans Caspar Gloor als erster auf dem neuen Taufstein, dem heutigen, getauft.
1653 besass das Dorf 35 Feuerstätten.
1665 war Jakob Gloor "Paur" auf dem Schwaderhof (Kirchenrödel Birrwil).
Der Bauernkrieg war ein Ereignis von Schweizweiter Bedeutung, die Bauern lehnten sich gegen die Unterdrückung und zu starke Steuerlast der Berner auf. Die Wut richtete sich auf die Stellvertreter der Obrigkeit in den einzelnen Orten. So wurden zum Beispiel Luzern und Bern belagert. Interessant ist, dass fast alle Untervögte als Bauernführer auf diesen Zügen dabei waren, so auch Niklaus (Bartle) Gloor, seinerzeit Untervogt in Birrwil.
Die Bauern wurden von den Berner- und Zürcher Truppen vernichtend geschlagen und jedes Dorf zu einer Busse zwischen 166 und 4318 Gulden verurteilt, an der sie noch Jahre zu tragen hatten.
1697 Wurde Johannes Gloor auf der Liebegg in Gefangenschaft gesetzt, weil er mit Hans Joggeli Gloor „in dem wirzhouss überweint, hernach in bedacht Gloren houss noch gebranntes gesoffen bis morgens umb 3, als er hernach beim Proundhouss vorbei gegangen, gejauchzt, ist deswegen zuo Liebegg mit gefangenschaft abgestraft worden“.
1698 war Niclaus Gloor Untervogt zuo Birrwil.
18. Jahrhundert
1700 wird Heinrich Gloor mit einem Pfund gestraft, weil er am Neuen Jahrstag den Gottesdienst unterlassen und nach Sursee z’werk gegangen.
1705 lässt Junker von Graviset Samuel, des Untervogts Sohn wegen Liederlichkeit und vergeblicher Warnung von Liebegg aus ab der Kanzel verrufen und ihm die Wirtshäuser verbieten, er soll auch die Posaune abgeben, da es sich nicht schicke, dass ein solcher Weinschlauch (Samuel) zum Kirchengesang blase.
1709 war Ruedi Gloor in Birrwil Gerichtssäss.
Martin Gloor, 1720-1778, war Säckelmeister und Untervogt von Birrwil.
1721 am 7. November wurde Ruedi Gloor vom „Berg“ (Birrwil) und sein Weib Barbara Caspar vom Chorgericht mit einem Gulden gestraft, weil ihr Kind schon 18 Wochen nach der Hochzeit zur Welt kam.
1724 lässt Junker von Graviset die Chorrichter von Birrwil auf's Schloss Lenzburg bringen und stellt Statthalter Klaus (Niklaus) Gloor in seinem Amte ein wegen aufrührerischen Eingaben zugunsten der Müllerin und ihrem Mahlknecht, welcher hernach aus dem Dorf verwiesen wird.
1724 lässt Junker von Graviset verlangt von Birrwil 88 Silberkronen wegen eines Tavernenstreits. Der Landvogt auf Lenzburg verwendet sich bei den Gnädigen Herren von Bern wegen des gefangen gesetzten Tavernenwirts Gloor, den der Junker schröpft und mit Strafbussen belegt. Die Birrwiler zahlen nicht und ihem Untervogt wird wegen der schuldigen Kosten Leibhaft angelegt und er muss für 4 Tage ins Gefängnis.
1730 waren folgende Gloor wehrpflichtig: Heinrich, Wachmeister, Rudolf, Korporal, Kaspar, Grenadier, Jakob, Hans, Soldat. Sie gehörten ins 2. Die Dragoner ins 4. Unteraargauer Regiment.
1750 gab es so viele Gloor, dass sie alle Zunamen erhielten (nach des Vaters Herkunft, Vornamen oder Beruf), so: s’Mosis (der vom Moosacker), s’Baschis (Baschis Sohn), s’Baschijoggelis(Baschi-Jakobs Sohn), s’Chäspis (Kaspars Sohn), S’Schuenis (Schuhmachers Sohn), s’Schuemächerlis (Schuhmachers Sohn), s’Chüefers (des Küfers Sohn), s’Fritze (Sohn vom Fritz), s’Christes (Christophs oder Christians Sohn), s’Rüedels (Ruedis Sohn), s’alte Vogts (Sohn des ehemaligen Vogtes), s’Foxbecke (?), s’Bergruedis (Ruedi vom Berghofs Sohn), s’Bergmelchers (Melchior vom Berghofs Sohn), s’Bergschwarze (des Schwarzen vom Berghofs Sohn), s’Schöfers (Schäfers Sohn), s’Metzgers (Metzgers Sohn), s’Gigers (des Geigers vom Schwaderhof Sohn), s’Deckers (?), s’Musers (Mausers Sohn), s’Nogges (?), s’Börzus (?), s’Bicke (?), s’Martis (Martins Sohn), s’ Schmidts (des Schmieden Sohn).
Ab 1753 wurde Ruedi Gloor aus dem Schwaderhof mehrmals vom Chorgericht bestraft, weil er zum Tanz gegeiget.
1764 schrieb der Pfarrer nach Bern, dass es eigentlich keine Armen gäbe.
1766 am 28. Mai leitete Rudi Gloor aus dem Schwaderhof dem Hans Ruedi Gloor aus Alliswil das Wasser um, um seine Felder zu bewässern. Dieser wehrte sich, worauf der Ruedi den anderen 50 mal Lumpenhund und Schelm schimpfte. Als Ruedi dann eine Hacke nahm, um auf den Hansruedi loszugehen, geschah folgendes: „Und mag es geschehen seyn, dass er dem fürchterlich bewaffneten Ruedi mit beyden Händen ins Haar geschossen um grösseres Unglück zu vermeiden. Im Zweykampf lag nun Hansruedi zuerst unden und wurd vom Ruedi hart gewürgt. Hat dieser dann etwas Schlags erhalten, war das doch nur rechtens.“
Das Ganze führte dann zu einer Klage bei den Herren von Hallwyl, deren Ausgang aber nicht bezeugt ist.
1773 baute Rudolf Gloor die Kirchturmuhr von Birrwil, die bis 1947 in Betrieb war und heute im Seengener Mehrzweckgebäude ausgestellt ist.
1780 wurde dem Daniel Gloor das Kind Heinrich Gloors verdingt, wegen schlechter Aufwartung und Erziehung bei demselben. Am 19 November jedoch verstarb das Kind „ist das Kind im Herren entschlafen und versetzt worden in die Ewige Freud und Seeligkeit“.
1787 wurde der Heinrich Gloor als Holzweibel (Forstverwalter) auf Schloss Hallwyl vereidigt. Die Entlöhnung mussten allerdings die Alliswiler Bauern übernehmen, da der Hallwyler Wald auf deren Gemeindegebiet lag. Er hatte die Leute anzuzeigen, welche beim Lauben, Gras schneiden oder Holz sammeln erwischt wurden. Die Aussage des Holzweibels galt als „Vollgültiges Beweisthum“. Meist war der Holzweibel auch Feldhüter, der darauf zu achten hatte, dass niemand Obst oder Nüsse mitlaufen liess. Die Strafe für tagsüber begangene Straftaten war 50 Rappen, nächtliche Taten wurden mit dem vierfachen gebüsst.
Am 30. November raportierte der Landvogt den Gnädigen Herren von Bern, dass Samuel Gloor (wohl aus dem Schwaderhof) in Alliswil den Twinghag zwischen Leutwil und Hallwyl mutwillig abgeschnitten und ausgestockt hätte. Der Samuel Gloor sey dann von Abraham Johann von Hallwyl zu einer Geldbusse und drei Tage Gefangenschaft verurteilt worden, wogegen er an den Landvogt appellierte. Dieser war der Meinung, dass alles was Grenzstreitigkeiten anbetrifft in seinen und nicht der Herren von Hallwyl Machtkompetenz falle. Die Hallwyl wehrten sich und die Gnädigen Herren von Bern urteilten gegen ihren eigenen Landvogt: „27.2.1779; Herr Amtmann habe übel geklagt und Herr von Hallwyl nach habender Cometenz geurteilet.“ So musste Samuel Gloor doch drei Tage sitzen.
19. Jahrhundert
Um 1814 waren die Eigentumsverhältnisse im Schwaderhofnach mehreren Erbteilungen schwierig geworden. So erwarben Die Brüder Gloor 1814 einen halben Hausplatz 112 m2, die halbe Hinterstube, den Keller darunter, zusammen mit Friedli Gloor die halbe Küche und einen Viertel des Tenns, die Hälfte des hinteren Stalles und das Mistgrüblein samt Inhalt, ein Plätzlein Krautgarten und einen Anteil an der Einfahrt.
1822 beantragten die Schwaderhöfler beim Regierungsrat von Alliswil losgelöst und Birrwil zugeteilt zu werden. Alle diese Einwohner des Schwaderhofs hiessen Gloor und hatten schon das Birrwiler Bürgerrecht.
1823 erwarb Hans Ulrich Gloor, der Sohn von Hansjoggeli ein Haus in Alliswil von Jakob Bührer, samt Stube, Küche, Gaden, Stöckli, Keller und Scheune.
1824 bauten die Söhne von Rudolf Gloor, des Uhrmachers, Hans Jakob und sein Sohn Rudolf im Schwaderhof eine Spinnereifabrik.
1830 grub Jakob Gloor, des Uhrenfabrikanten Sohn, den Dorfbach ab um das Wasser für seine Web- und Spinnmaschinen zu nutzen. Nach einem Aufwendigen Prozess endete die Geschichte zugunsten der Gemeinde.
1833-1837 war Rudolf Gloor Gemeindepräsident von Birrwil.
1837-1842 war Melchior Gloor Gemeindepräsident von Birrwil.
Die im Sonderbund 1847 gefallenen Familienmitglieder:
Gloor Hans Ulrich, Sohn von Rudolf, Füsilier aus Leutwil, 23-jährig Fabrikarbeiter. Er hinterliess 5 unmündige Kinder und hundert Franken Schulden.
Gloor Rudolf, Sohn von Hans Jakob, Füsilier von Birrwil, 25-jährig, Fuhrmann, ledig.
Gloor Jakob aus Birrwil, Sohn von Jakob, 23-jährig. Er hinterliess 5 Kinder,
Verwundet wurden: Gloor Jakob, Füsilier aus Birrwil, 25-jährig, Fabrikarbeiter. Er erhielt einen Bajonettstich in die Nase.
1847-1849 war Friedrich Gloor-Hintermann Gemeindepräsident von Birrwil.
1848-1863 war Johanna Gloor von Birrwil Berg Lehrerin an der Mädchenarbeitsschule.
Adolf Gloor, 1848-1944, von Birrwil war Grossrat und Nationalrat.
1849-1852 war Rudolf Gloor Gemeindepräsident von Birrwil,
Um 1860 betrieb ein Johannes Gloor eine Strohgeflechtsfabrik in Alliswil. Dazu gehörten ein Fabrikantengebäude, Fabrikgebäude, Scheune und ein Steingebäude als Warenmagazin. 1885 brannten alle diese Liegenschaften vollständig ab.
1860 wurden die umliegenden Gemeinden dazu verpflichtet die Landstrasse in Stand zu stellen. Die Bürger von Alliswil und Schwaderhof wurden zum Gemeinwerk aufgeboten. Die Schwaderhöfler (Gloor) kamen einfach nicht. Darauf gerieten sie in Streit. Als Samuel Gloor, Gemeinderat, fünf Alliswiler mit ehrverletzenden Worten beleidigte, wurde die turbulente Versammlung aufgelöst und die Schwaderhöfler beim Bezirksamt Lenzburg angezeigt. Samuel Gloor musste sich entschuldigen und die Schwaderhöfler ihren Teil der Strasse reparieren.
1865 war Gottfried Gloor Oberschullehrer in Birrwil, dann von 1875-1908 Sekundarschullehrer.
1874 baute der Strohfabrikant Gloor in Alliswil eine Scheune so nahe an der Schule, dass durch deren Fenster kein Licht mehr eindringen konnte. Daraufhin mussten die Kinder von Alliswil in Boniswil zur Schule geschickt werden. Diese Geschichte produzierte Prozessdrohungen, Verdacht auf Bestechung der Schulbehörde und diverse Gemeindeversammlungen, bei denen wegen Verwandtschaft jeweils ein Drittel aller Stimmberechtigen in den Ausstand treten mussten. Am Schluss musste Fabrikant Gloor Franken 1400.- bezahlen, für die Kosten der Aufstockung der Schule.
Rudolf Gloor-Häusermann ist Begründer der Birrwiler Schmiededynastie, so baute er 1881 die freistehende Schmitti und 1888 das dazugehörende Wohnhaus. Er war von 1892-1909 Gemeindepräsident und viele Jahre Bezirksrichter.
Gloor in den verschiedenen Dörfern um den Hallwylersee:
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