GLOOR

in Alliswil/Boniswil
über 6 Jahrhunderte

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1500-1599


1600-1699
1700-1799


1800-1899

16. Jahrhundert

Um 1500 gab es in Alliswil 4 Höfe, Steinmanngut, Truchsessengut (das ab 1537 vom Schwaderhof aus bewirtschaftet wird), Schwederusgut und Peter von Lütwyls Gut.

Auf dem Bischofshof von Boniswil wurde im Jahre 1549 ein Hans Gloor genannt, der diesen bewirtschaftete. Sonst sind die Gloor in der Geschichte von Boniswil nie gross in Erscheinung getreten.

1559 besass das Dorf 9 Feuerstätte.

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17. Jahrhundert

1653 besass das Dorf 22 Feuerstätten.

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18. Jahrhundert

1710-1763 wanderten 45 Personen aus dem Kanton aus.

1730 waren folgende Gloor wehrpflichtig: Hans Heinrich, Soldat.

1766 am 28. Mai  leitete Rudi Gloor aus dem Schwaderhof dem Hans Ruedi Gloor aus Alliswil das Wasser um, um seine Felder zu bewässern. Dieser wehrte sich, worauf der Ruedi den anderen 50 mal Lumpenhund und Schelm schimpfte. Als Ruedi dann eine Hacke nahm, um auf den Hansruedi loszugehen, geschah folgendes: „Und mag es geschehen seyn, dass er dem fürchterlich bewaffneten Ruedi mit beyden Händen ins Haar geschossen um grösseres Unglück zu vermeiden. Im Zweykampf lag nun Hansruedi zuerst unden und wurd vom Ruedi hart gewürgt. Hat dieser dann etwas Schlags erhalten, war das doch nur rechtens.“
Das Ganze führte dann zu einer Klage bei den Herren von Hallwyl, deren Ausgang aber nicht bezeugt ist.

Am 30. November raportierte der Landvogt den Gnädigen Herren von Bern, dass Samuel Gloor (wohl aus dem Schwaderhof) in Alliswil den Twinghag zwischen Leutwil und Hallwyl mutwillig abgeschnitten und ausgestockt hätte. Der Samuel Gloor sey dann von Abraham Johann von Hallwyl zu einer Geldbusse und drei Tage Gefangenschaft verurteilt worden, wogegen er  an den Landvogt appellierte. Dieser war der Meinung, dass alles was Grenzstreitigkeiten anbetrifft in seinen und nicht der Herren von Hallwyl Machtkompetenz falle. Die Hallwyl wehrten sich und die Gnädigen Herren von Bern urteilten gegen ihren eigenen Landvogt: „27.2.1779; Herr Amtmann habe übel geklagt und Herr von Hallwyl nach habender Cometenz geurteilet.“ So musste Samuel Gloor doch drei Tage sitzen.

Am 14.10.1797 trafen sich die Brüder Jakob, Hansruedi und Samuel Gloor aus Alliswil und deren Schwager Johannes Bührer und wurden dazu verpflichtet für ihre Schwester Johanna zu sorgen. Diese musste dafür jede Woche ein Pfund Baumwollgarn spinnen, dafür soll sie “zu ässen haben, so wie es die Haushaltung mitgibt“.

1798 verkaufte der Schulmeister Rudolf Gloor in Alliswil seine Behausung, Scheunenanteil und Garten mit Bäumen. Die Behausung bestand lediglich aus einer Stube und einem Keller. Seine Schwestern Barbara und Margarithe hatten nach dem Verkauf noch lebenslängliches Wohnrecht in der Stube.

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19. Jahrhundert

1801 verkaufte Hansruedi Gloor aus Alliswil seinen Baumgarten, behielt aber den alten Riebrätschler Birebaum, um ihn im Herbst auszugraben und selbst zu nutzen.

1803 wurde in Alliswil zum ersten Mal eine Gemeindeversammlung abgehalten. Elf Bürger von Alliswil und Schwaderhof versammelten sich im Schulhaus. 7 der 11 Anwesenden hiessen Gloor.

1810 verkaufte Ruedi Gloor dem Hans Jakob Gloor einen Teil seines Baumgartens behielt aber das lebenslängliche Recht an einem der Bäume für sich.

1822 beantragten die Schwaderhöfler beim Regierungsrat von Alliswil losgelöst und Birrwil zugeteilt zu werden. Alle diese Einwohner des Schwaderhofs hiessen Gloor und hatten schon das Birrwiler Bürgerrecht.

1823 erwarb Hans Ulrich Gloor, der Sohn von Hansjoggeli ein Haus in Alliswil von Jakob Bührer, samt Stube, Küche, Gaden, Stöckli, Keller und Scheune.

1860 wurden die umliegenden Gemeinden dazu verpflichtet die Landstrasse in Stand zu stellen. Die Bürger von Alliswil und Schwaderhof wurden zum Gemeinwerk aufgeboten. Die Schwaderhöfler (Gloor) kamen einfach nicht. Darauf gerieten sie in Streit. Als Samuel Gloor, Gemeinderat, fünf Alliswiler mit ehrverletzenden Worten beleidigte, wurde die turbulente Versammlung aufgelöst und die Schwaderhöfler beim Bezirksamt Lenzburg angezeigt. Samuel Gloor musste sich entschuldigen und die Schwaderhöfler ihren Teil der Strasse reparieren.

1874 baute der Strohfabrikant Gloor in Alliswil eine Scheune so nahe an der Schule, dass durch deren Fenster kein Licht mehr eindringen konnte. Daraufhin mussten die Kinder von Alliswil in Boniswil zur Schule geschickt werden. Diese Geschichte produzierte Prozessdrohungen, Verdacht auf Bestechung der Schulbehörde und diverse Gemeindeversammlungen, bei denen wegen Verwandtschaft jeweils ein Drittel aller Stimmberechtigen in den Ausstand treten mussten. Am Schluss musste Fabrikant Gloor Franken 1400.- bezahlen, für die Kosten der Aufstockung der Schule.

Gloor in den verschiedenen Dörfern um den Hallwylersee:

Alliswil/Boniswil, Birrwil, Dürrenaesch, Egliswil, Hallwyl, Kulm, Leutwil, Retterswil, Schöftland, Seengen, Seon

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