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Urvolk Kelten
Vom griechischen Wort ÑKeltoiì abgeleitet, sind die Kelten Ñdie Tapferenì, Ñdie Hohenì, Ñdie Erhabenenì. Sp”rliche antike schriftliche Ðberlieferungen, arch”ologische Befunde und sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse deuten auf ein uneinheitliches Volk hin, das grosse Teile West-, Mittel-, S¸dosteuropas und Kleinasiens bewohnte.
Als fr¸heste Erw”hnung gilt die Aussage Hekat”us von Milet. Er berichtete, die Stadt Massilia liege im Gebiet der Ligurer, unterhalb der KeltikÈ. Im 2ten Jh. v. Chr. berichtete dann Herodot zweimal von den Kelten. Demnach wohnten sie jenseits der S”ule Herakles (heute die Strasse von Gibraltar), den Kynesiern benachbart, also wohl im heutigen Portugal. Dieser Bericht gibt R”tsel auf, da arch”ologische Funde, die normalerweise mit den Kelten verbunden werden, in Portugal fast v–llig fehlen. Ferner erw”hnte Herodot, im Gebiet der Kelten entspringe der Istros (die heutige Donau). Da in S¸ddeutschland f¸r diese Zeit arch”ologisch die sp”te Hallstattkultur und die fr¸he Latenekultur nachgewiesen sind, werden die Kelten als deren Tr”ger ñ vor allem der fr¸hen Latenekultur - in West- und Mitteleuropa angesehen.
Ergebnisse keltischer Sprachforschungen legen durch Orts- und Gew”ssernamen den Entstehungsraum einer keltischen Ursprache im Gebiet zwischen Ostfrankreich, West- und S¸ddeutschland bis B–hmen nahe. Untersuchungen zum Keltiberischen geben den Zeitpunkt dessen Entstehung schon vor dem 5. Jh. v. Chr. an. Diese Interpretationen sind jedoch umstritten. Es scheint kaum sinnvoll, nach Kelten in der Zeit vor dem 5. Jh. v. Chr. zu suchen. Arch”ologisch ¸berrascht der grosse Unterschied zwischen Hallstatt- und Latenekultur, die meist beide als keltisch gedeutet werden. Doch geben die sogenannten F¸rstensitze der sp”teren westliche Hallstattkultur mit ihren reich ausgestatteten Grabh¸geln und mit ihren Beziehungen zu den s¸dlichen Hochkulturen Anhaltspunkte f¸r eine straffe Organisation, die die Kontrolle und Verteilung von G¸tern und Arbeitskr”ften erm–glichte. Diese Kontrolle ist f¸r die damaligen Verh”ltnisse am ehesten wegen einer Stammesgemeinschaft denkbar. Die radikale Umw”lzung, die sich in der Latenekultur offenbart, wird vor allem als religi–se Neuerung gedeutet, die sich als Folge innerer Spannungen sozialer und kultureller Art in Verbindung mit vielen neuen Anregungen aus dem Bereich der antiken Hochkulturen durchsetzte. Neben dem Aufkommen neuer F¸rstensitze in der Hunsr¸ck-Eifel-Kultur m–gen diese Auseinandersetzungen zur Zerst–rung der Hallstatt-F¸rstensitze und auch zu den Wanderungen der sp”ter aus der Literatur als keltisch bekannte St”mme gef¸hrt haben.
Die Wanderungen begannen bereits im 5. Jh v. Chr. nach Italien und dem Balkan. In Italien siedelten sich in der Poebene Insubrer, Boier, Cnomanen und Senoen an. Von dort aus besiegten sie mehrfach die Etrusker. Vom 4 Jh. v. Chr. an wurde der Balkan besiedelt. Mit dem Ausgang des 3. Jh. v. Chr. endete die Expansion. Der Kontakt mit den Kulturen des Mittelmeerraums f¸hrte im keltischen Kerngebiet zu vielen Neuerungen: Heranbildung einer neuen Adelsherrschaft, befestigte, stadt”hnliche Siedlungen als Stammeszentren, eigene M¸nzpr”gung und spezialisierte Werkst”tte.
Ðber die Kultur der Sp”tzeit auf linksrheinischem Gebiet ist man durch C”sars ÑDe bello gallicoÑ relativ gut unterrichtet. C”sar unterschied verschiedene St”mme der Kelten: Helvetier, Sequaner, H”duer mit dem Oppidum Bibracte, Biturigen mit dem Oppidum Avaricum, Coier, Allobroger, Arverner mit dem Oppidum gergovia, Senonen, Treverer und Lingonen. Seinem Bericht nach gab es eine dreischichtige Gesellschaftsstruktur: Alle Macht lag bei der Ritterschaft und den Druiden. Letzteren oblagen alle Entscheidungen und Rechtsstreitigkeiten. Ihr Wissen war geheim und durfte nur m¸ndlich ¸berliefert werden. Die dritte Schicht, das Volk, konnte zwar zu Volksversammlungen zusammenkommen, war aber meist vom Adel abh”ngig und ihm zum Gehorsam verpflichtet.
Nach Lucanus im ÑBellum civileì hiessen die G–tter der Kelten Taranis, Teutates und Esus. Wie weit sich die geschilderten Verh”ltnisse auch auf die rechtsrheinischen Kelten ¸bertragen lassen, ist unklar.
C”sars K”mpfe in Gallien f¸hrten, durch die Uneinigkeit der Kelten untereinander beg¸nstigt, zur v–lligen Unterwerfung der linksrheinischen Kelten und zur Einverleibung ihres Gebietes in das R–mische Reich als ÑGallia transalpinaì. Gleichzeitig bedr”ngten die Germanen und Daker die Kelten. Keltische Tradition lebte nur in wenigen R¸ckzugsgebieten fort, z.B. in Schottland, Irland, Wales und in der Bretagne.
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